Zirkuläres Geschäftsmodell für ein Traditions-Unternehmen

Veröffentlicht: 24.07.2023 / zuletzt bearbeitet: 08.06.2026

Projektziele & Projektergebnis

Projektziele:
Umsetzung projekt in den Bereichen „Produktion“ mit dem Ziel der Erhöhung/Steigerung/ Optimierung .
Projektergebnis:
TBS etabliert das Geschäftsmodell unter einer neuen Marke und baut einen Onlineshop für direkten Kundenkontakt auf. Dies führt zu einer Anpassung des Portfolios und einer Kommunikationsstrategie für Räucherwelt.eu.

Gesamtprojekt

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interne Projektbeteiligte
externe Projektumsetzer

Top Erkenntnisse aus dem Projekt

  • Transformation eines Traditionsunternehmens: Die erfolgreiche Transformation eines Unternehmens mit langer Geschichte erfordert eine klare Vision und das Engagement, nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Matthias Bahl zeigt, wie wichtig es ist, traditionelle Werte zu bewahren und gleichzeitig innovative Ansätze zu verfolgen.
  • Nachhaltige Geschäftsmodellerweiterung: Die Identifizierung von Holzausschuss als Ressource für eine nachhaltige Geschäftsmodellinnovation zeigt, wie Unternehmen durch Kreislaufwirtschaft und Recycling neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen und gleichzeitig ökologische und ökonomische Vorteile erzielen können.
  • Kundenzentrierte Ansätze: Die Entwicklung eines neuen Produktportfolios und die Einführung eines Onlineshops für direkten Kundenkontakt verdeutlichen die Bedeutung von Zielgruppenanalyse und Persona-Entwicklung. Durch Empathy Mapping und zielgruppenspezifische Kommunikation kann ein Unternehmen besser auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingehen und sich erfolgreich am Markt positionieren.
  • Ausgangslage

    Zentrale Fragestellungen im Projekt

    • Wie kann eine kreislauffähige Geschäftsmodellerweiterung geschaffen werden?
    • Wie kann eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Berücksichtigung der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit erstellt werden?
    • Wie sieht die neue Zielgruppe aus und wie lässt sich eine effektive Ansprache gestalten?

    Projektdetails

    Zeitrahmen: 01.04.2021 - 01.10.2021

    Herausforderung: Transformation eines Traditionsunternehmens

    Ein Traditionsunternehmen mit knapp 190 Jahren Historie zu transformieren und zukunftsfähig zu
    positionieren, mag in mancherlei Hinsicht einer Hiobsaufgabe gleichen. Für den gelernten Ingenieur
    Matthias Bahl jedoch genau die richtige Herausforderung. Nach dem Studium und diversen
    Arbeitsstationen kehrte er mit der Intention, etwas zurückzugeben und nachhaltig zu bewirken zurück in
    seine Heimat. In der eher strukturschwachen Region Lausitz liegt ein Fokus im Erhalt von Arbeitsplätzen.
    Das Engagement von Mathias Bahl geht jedoch darüber hinaus. Der gelernte Ingenieur möchte das
    Unternehmen Technische Bürsten GmbH (TBS), welches für die Produktion von qualitativ hochwertigen
    Industriebürsten bekannt ist, für die Zukunft wappnen. Im Zuge einer Produktionsanalyse wurde deutlich,
    dass bei der Herstellung der Bürstenkörper ein hoher Holzausschuss entsteht. Dieser Ausschuss, welcher
    sich auf rund 70% aggregiert, impliziert nicht nur hohe ökonomische Ausfälle für das Unternehmen,
    sondern führt darüber hinaus auch zu signifikanten ökologischen Einbußen.

    Zielsetzung: Etablierung einer nachhaltigen Geschäftsmodellerweiterung

    Auf der Grundlage dieser Daten erkannte das TBS Team, dass der entstehende Holzüberschuss Potential
    für eine nachhaltige Geschäftsmodellinnovation birgt. Da im Zuge der Etablierung von kreiswirtschaftlichen
    Prinzipen (wie beispielsweise Recycling), der direkte Kontakt zu Kund:innen zentral ist, entschloss sich
    das Team Produkte nicht nur wie bisher über den Großhandel (B2B) sondern auch direkt an
    Endkund:innen (B2C) zu vertreiben. Während die Vision eine kreislauffähige Geschäftsmodellerweiterung
    zu schaffen schnell im Unternehmen diffundierte, implizierte die Operationalisierung derer einen
    komplexen Transformationsprozess. Zum einen musste eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie definiert
    werden, welche die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit beinhaltet. Zum anderen musste der Aufbau
    eines digitalen Direktvertriebs angestoßen werden, welcher den Zugang zu neuen Kundengruppen
    ermöglichte. Aber wie genau gestaltete sich die operationale Umsetzung?

    Lösungsansatz: Analyse der Wertschöpfungskette und Entwicklung eines kundenzentrierten Wertangebots

    Phase 1: Analyse der Wertschöpfungskette

    In einem ersten Schritt unterstützen das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum eStandards und das
    Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Cottbus das Unternehmen bei einer ganzheitlichen Analyse der
    Wertschöpfungskette. Eine Betrachtung der Wertschöpfungskette bietet tiefgreifende Einblicke hinsichtlich
    nachhaltigkeitsrelevanter Herausforderungen und Potentiale. Von der Rohstoffgewinnung über die
    Produktion bis hin zu der Nutzung durch den Konsumenten sowie der anschließenden Entsorgung bzw.
    des Recyclings werden alle Phasen des Produktlebenszyklus analysiert. Im Rahmen der Analyse werden
    so Handlungsfelder in den Bereichen Ökonomie, Soziales und Ökologie identifiziert und priorisiert. In
    einem zweiten Schritt werden die einzelnen Handlungsfelder sortiert und für die Umsetzung relevante
    Aktivitäten, Stakeholder und der geplante Ressourcen- und Zeitinvest evaluiert. Zudem wird identifiziert,
    welche Partnerschaften TBS bei der Umsetzung unterstützen können. Letztlich werden einzelne
    Handlungsfelder übersichtlich im Rahmen einer Timeline dargestellt. Das Ergebnis ist eine Roadmap
    welche dem Unternehmen als Grundlage dient das Thema Nachhaltigkeit strategisch umzusetzen.

    Phase 2: Entwicklung eines kundenzentrierten nachhaltigen Wertangebots

    Die zweite Umsetzungsphase widmet sich der Gestaltung und Kommunikation des neuen
    Produktportfolios und Geschäftsmodels. Das TBS Team entschloss sich das entstehende Geschäftsmodell
    unter einer neuen Marke zu etablieren. Da mit dem Vertrieb von zirkulären Produkten der Endkunde in den
    Vordergrund rückte, wird bereits im Zuge der Projektphase ein neuer Onlineshop, welcher direkten
    Kundenkontakt ermöglicht, aufgebaut. Dass sich das zirkuläre Produktportfolio an eine neue
    Kundengruppe richtete, war dem Unternehmen bewusst. Doch wie genau sieht diese neue Kundengruppe
    aus und wie gestaltet sich eine effektive Ansprache? In einer Brainstorming Session mit den zwei
    Kompetenzzentren werden potenzielle Zielgruppen identifiziert, geordnet und priorisiert. Basierend auf
    ausgewählten Kundensegmenten entwickelt das Team fiktive Personas, welche potenzielle Kunden
    darstellten. Mittels Empathy Mapping kann das Team ein qualitatives Verständnis für die Bedürfnisse der
    ausgewählten Personas entwickeln. Auf Grundlage dieses Verständnisses kann anschließend eine
    Anpassung des Produktportfolios vorgenommen sowie eine Kommunikationsstrategie für den
    Direktvertrieb via Räucherwelt.eu ausgearbeitet werden.
    In einem nächsten Schritt wird mittels des Sustainable Value Proposition Canvas die
    zielgruppenspezifische Kommunikation, welche sich mitunter auf der anfänglich definierten
    Nachhaltigkeitsstrategie begründet, verfeinert. Dem Traditionsunternehmen TBS gelingt es somit in kurzer
    Zeit eine Geschäftsmodellerweiterung zu etablieren, welche nicht nur eine Diversifizierung des eigenen
    Produktangebotes ermöglicht, sondern auch eine nachhaltige und zukunftsfähige Positionierung des
    Unternehmens sicherstellt.

    Methoden

    Ergebnisse der einzelnen Projektphasen

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    Unternehmensbeschreibung

    Name
    technische Bürsten GmbH
    Anschrift
    Bregenzer Str. 2, 03130 Spremberg
    Umsatz pro Jahr
    Nicht angegeben
    Branche
    Produktion, Industrie, verarbeitendes Gewerbe
    Gründungszeitraum
    Vor mehr als 50 Jahren
    Beschäftigtenzahl
    10 - 49
    IT-Investition pro Jahr
    Nicht angegeben
    Unternehmensangebot
    Produkte
    Unternehmer*innen Zitat zum Projekt

    Projektunterstützung

    Projektumsetzer
    GS1 Germany GmbH
    GS1G
    guido.hammer@gs1.de
    Zentrum
    Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards
    eStandards
    geschäftsstelle@wertnetzwerke.de

    Weitere Kooperationspartner

    Projektumsetzer
    GS1 Germany GmbH
    Zentrum
    Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards
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