Projektziele & Projektergebnis
Erstellung projekt in den Bereichen „Produktion“ mit dem Ziel der Erhöhung/Steigerung/ Optimierung der Nachhaltigkeit, der Produkt- / Servicequalität und von Prozessen.
Die Analyse durch das Klimacoaching hat ergeben, dass das Unternehmen eigenständig ressourcen- und energieschonende Maßnahmen ergriffen hat und sich zusätzlich noch in einigen Aspekten weiter verbessern kann.
Gesamtprojekt
Top Erkenntnisse aus dem Projekt
Ausgangslage
Zentrale Fragestellungen im Projekt
- Eine Herausforderung war eine sinnvolle Priorisierung und Wunschthemen des Unternehmens in einen schlüssigen Aktionsplan zu integrieren.
- Wie können wir machen, dass die Leistungsverbräuche der Anlagen technisch einfach und kosteneffizient gemessen werden können.
- Wir haben uns gefragt, wie wir die ökologischen Maßnahmen des Unternehmes in dessen Öffentlichkeitsarbeit integrieren können.
Projektdetails
Ausgangslage
Das Projekt wurde im Rahmen des Klimacoachings im Zeitraum April bis August 2025 durchgeführt. Die teilnehmende Tischlerei Willy Curdt und Co GmbH mit Sitz in Hamburg ist spezialisiert auf Funktionstüren, Brandschutztüren, Brandschutzfenster, Fenster & Haustüren, Feststellanlagen, Kita- und Schulausbau, Möbel & Innenausbau und Altbausanierung. Ziel des Klimacoachings war es, in mehreren Schritten den Betrieb bei der Identifikation und Umsetzung ökologischer Optimierungsmaßnahmen zu sensibilisieren.
Vorgehensweise / Methodik
Zur Bedarfsermittlung wurden insgesamt zwei Gespräche durchgeführt, um den Rahmen von Optimierungsmaßnahmen aufzuzeigen und den Ist-Stand des Unternehmens zu erfassen.
Die Analyse konzentrierte sich auf Energie- und Ressourcenverbrauch, Energieerzeugung, Produktionsprozesse, Recycling-Kreisläufe und Abfall/Abwärmemanagement, Gebäudeinfrastruktur, Gesetze und Rahmenbedingungen, Mobilität und das Image/die Öffentlichkeitsarbeit sowie IT-Sicherheit und der Einsatz von KI.
Dabei wurden ebenfalls die Wünsche und Vorlieben des Unternehmens in Betracht gezogen, um in gezielt konkreten Aspekten priorisiert zu handeln.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Im Rahmen der Analyse wurde erkannt, dass das Unternehmen nicht nur offen für das Thema Ressourcen- und Energieoptimierung ist, sondern schon viele und gute Umsetzungen selbst durchgeführt hat, beispielsweise die eigene Erzeugung von Solarstrom, die Reduzierung von elektrischen Verbräuchen in der Beleuchtung und die Verringerung und Weiterverwendung von Holzabfällen.
Im Rahmen der Analyse konnten einige weitere zentrale Einspar- bzw. Optimierungspotenziale identifiziert werden. Diese wurden in Kooperation mit dem KMU wie folgt priorisiert:
Priorität 1 – Maßnahmen mit unmittelbarem Nutzen und Außenwirkung
a. Energiemanagement etablieren Ein systematisches Energiemanagement ermöglicht es, den Energieeinsatz gezielt zu analysieren und zu optimieren. Empfehlenswerte Schritte:
• Energiemonitoring: Der Einsatz eines (oder mehrerer) Drehstrom-Smartmeters zur kontinuierlichen Messung des Stromverbrauchs erlaubt eine detaillierte Analyse der einzelnen Maschinen oder Anlagen.
• Lastmanagement: Durch die gezielte Steuerung von Verbrauchsspitzen (z. B. gleichzeitiger Betrieb großer Maschinen) lassen sich Lastspitzen vermeiden und Kosten reduzieren.
• Verbrauchsprognosen: Auf Basis historischer Daten können saisonale oder auftragsbedingte Schwankungen im Energiebedarf besser vorausgeplant und gesteuert werden – insbesondere im Zusammenspiel mit der Photovoltaikanlage.
b. Nachhaltigkeit kommunizieren – Homepage & Social Media Ein gutes ökologisches Image lebt davon, dass nachhaltige Maßnahmen sichtbar gemacht werden. Konkret bietet sich an:
• Bestehende Maßnahmen (z. B. PV-Anlage, Nutzung von Sägespänen zur Wärmegewinnung) auf der Homepage unter einem Menüpunkt wie „Nachhaltigkeit“ oder „Verantwortung“ informativ und anschaulich darzustellen. Ebenso können nach extern Zahlen und Informationen zu Prozessen interessant sein, z.B.
o durch optimale Konstruktion verbleibt Prozentsatz x des Rohstoffs im Produkt
o es werden umweltfreundlichen Komponenten x verarbeitet anstatt konventionell Komponente y
• Zukünftige Vorhaben wie E-Mobilität oder weitere Energieoptimierungen können als „Wir arbeiten daran“-Ausblick kommuniziert werden, z.B. in Blog-Form oder als monatliches „Nachhaltigkeits-Update“.
• Instagram bietet sich für kurze Einblicke in den betrieblichen Alltag an: z.B. Fotos der PV-Anlage mit Tageserträgen, Posts über umgerüstete Fahrzeuge, oder Einblicke in die Produktion mit sparsamer Technik.
• Es gilt dabei abzuwägen, ob man Instagram mehr als Informationsquelle/Pinnwand verwendet oder durch kontinuierliches Posten von Reels über den Algorithmus mehr Reichweite generieren möchte.
• Vorteilhaft ist ein authentischer und transparenter Ton, um eher zu zeigen was möglich ist, als Perfektion zu versprechen.
Priorität 2 – Weitere Schritte zur mittel-/langfristigen Optimierung
a. Vorausschauende Wartung etablieren Durch den Einsatz von Zustandsüberwachung (z. B. durch Sensorik zur Schwingungsanalyse oder Temperaturüberwachung) lassen sich mögliche Störungen oder Energieverluste frühzeitig erkennen. Vorteile:
• Reduzierter Energieverbrauch durch an den Bedarf optimiert laufende Maschinen
• Geringere Stillstandzeiten und Reparaturkosten
• Längere Lebensdauer der Anlagen
b. Fuhrpark langfristig elektrifizieren Die Umstellung auf E-Mobilität bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern passt auch ideal zum bereits vorhandenen PV-Strom. Solarstromüberschüsse (beispielsweise vermeiden) können so genutzt werden, um die Fahrzeuge optimal zu laden – insbesondere da an Wochenenden der Verbrauch des Unternehmens stark sinkt. Empfohlene Vorgehensweise:
• Schrittweise Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzen, z. B. bei auslaufenden Leasingverträgen oder Wartungskosten
• Ladeinfrastruktur am Betriebsgelände errichten – insbesondere im Hinblick auf mögliche Nutzung durch Mitarbeitende oder Kundschaft
• Synergien mit der Photovoltaikanlage nutzen: Ladezeiten so planen, dass eigener Solarstrom bevorzugt genutzt wird
Priorität 3 – Optionale Schritte
a. Berichterstattung, Bilanzierung und Zertifizierung
• Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex bietet eine kostenlose Berichterstellung an, siehe https://report.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/
• Eine Treibhausgasbilanz kann über das ecocockpit erstellen, siehe https://www.efa.nrw/fuer-unternehmen/angebote/beratung-ressourcenschonung/ecocockpit
• Gemäß Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz eine Grundsatzerklärung erstellen, siehe https://kompass.wirtschaft-entwicklung.de/
• Eine ISO 50001-Zertifizierung für Energiemanagement erstellen, siehe https://www.mittelstand-energiewende.de/ https://www.e-tool.de/#!
b. Gasheizung für Büroräume umrüsten
• Je nach Beschaffenheit der Büroräume (Isolation…) ist es eine Untersuchung wert, ob es sich lohnt, die Gasheizung gegen eine CO2-neutralere Alternative auszutauschen.
• Alternativ wäre eine Umstellung auf Biogas in Erwägung zu ziehen.
c. Workshops, Fortbildungen etc Mittelstand-Digital bietet eine Vielzahl an Schulungen und Workshops an. Diese finden
meist online statt und werden von verschiedenen Mittelstand-Digital Standorten gehalten, auch im Rahmen des Klimacoaching-Projekts. Eine Auswahl an Thematisch passenden Workshops ist:
• KI-Schulungen
• Eco-Design
• Kreislaufwirtschaft
• Produktentstehung
• Topologieoptimierung
• Lebensdauermodell/Simulation
• Retrofit
Diese finden unregelmäßig statt und werden über die einzelnen Zentren jeweils beworben, siehe Veranstaltungskalender auf den Homepages und Beiträge auf Social Media (Instagram und Linkedin).
Diese Maßnahmen wurden nach Priorität sortiert basierend auf ihrem Einfluss auf Energieverbrauch, Ressourceneffizienz und Investitionsbedarf.
Ausblick
Das Projekt bildet eine solide Grundlage für weiterführende Schritte und ermöglicht es, den eingeschlagenen Weg systematisch zu vertiefen. Auf Wunsch kann darauf aufbauend ein konkreter Maßnahmenplan erstellt werden, der priorisierte Handlungsempfehlungen, zeitliche Abläufe und Verantwortlichkeiten umfasst. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitere Begehungen vor Ort durchzuführen, um ein noch genaueres Verständnis der örtlichen Gegebenheiten zu gewinnen.
Bei diesen erweiterten Untersuchungen können die technischen Anlagen detaillierter analysiert, Funktionsweisen überprüft sowie bisher nicht betrachtete Komponenten einbezogen werden. Auf Basis dieser vertieften Einblicke lassen sich zusätzliche Optimierungs- oder Umsetzungsschritte ableiten, die zur Effizienzsteigerung, Risikominimierung oder Qualitätsverbesserung beitragen.
Insgesamt eröffnet das Projekt damit vielfältige Optionen für eine fortlaufende Weiterentwicklung auf strategischer und auch auf operativer Ebene.






