Projektziele & Projektergebnis
Umsetzung projekt in den Bereichen „Prozesse“ mit dem Ziel der Erhöhung/Steigerung/ Optimierung der Kundenbedürfnisse/ Kundenbeziehungen, der Lieferantenbeziehungen, der Produkt- / Servicequalität, des wirtschaftlichen Erfolges (Umsatz, Gewinn und Marktanteile).
Verpackungsfolien werden eindeutig auf Basis einer GTIN und einer Charge identifiziert, die Informationen werden in einem GS1-128 Barcode maschinenlesbar kodiert.
Gesamtprojekt
Top Erkenntnisse aus dem Projekt
Ausgangslage
Zentrale Fragestellungen im Projekt
- Welche Produktionsdaten sind miteinander zu verknüpfen und auf das Label zu bringen?
- Welcher Barcodetyp hat die größte Verbreitung am Markt?
- Wickeln wir den elektronischen Datenaustausch selber ab oder nutzen wir einen Dienstleister?
Projektdetails
Herausforderung
Das Pilotunternehmen Maag ist ein international ausgerichteter, inhabergeführter Hersteller
von Lebensmittel-Verpackungsfolien aus Iserlohn im Sauerland. Dessen Produkte sind im
Supermarkt beinahe überall im Einsatz: ob verzehrfertige Salatmischung, Nudeltüte oder
servierfertiges Menü in der Mikrowellenverpackung. Daher ist es auch wichtig, dass
Lebensmittelfolie genau wie das verpackte Lebensmittel jederzeit zurückverfolgbar sein
muss. Der Einsatz von Standards für Artikelnummern oder von elektronischem
Datenaustausch (EDI) ist im Einzelhandel schon länger etabliert, aber Vorlieferanten der
Lebensmittelhersteller waren in dieser Informationskette bisher kaum eingebunden.
Handgeschriebene Lieferscheine sind hier noch an der Tagesordnung.
Aber auch bei Verpackungen gilt: Verbraucherschutz hat oberste Priorität. Daher müssen
Verpackungen lückenlos zurückverfolgt werden können, um kontaminierte Chargen zügig zu
identifizieren und aus den Regalen des Handels herausholen zu können.
Doch wie lässt sich beispielsweise eine Verpackungsfolie zurückverfolgen?
Wie können dem Hersteller oder Abpacker von Lebensmitteln die relevanten Daten bereitgestellt werden?
Wie lassen sich Verpackungen auf Chargenebene identifizieren und eindeutig der richtigen
Lebensmittelcharge zuordnen?
Ziel
Innerhalb des eigenen Unternehmens hat Maag bereits einen hohen Digitalisierungsgrad und
sichere Prozesse umgesetzt. Diese sollen nun auch für Kunden Mehrwert bieten. Ziel des
Pilotprojektes ist, dass Maag nicht nur die Rückverfolgbarkeit sicherstellen, sondern den
Kunden gleichzeitig einen hohen Grad an Prozesssicherheit ermöglichen kann. Die
notwendigen Informationen sollen auf elektronischem Weg über Standardformate an die
Kunden übermitteln werden. Damit standardisierte, elektronische Nachrichten versendet
werden können, ist es auch notwendig, alle Artikel (Verpackungsfolien) eindeutig mit
Standards zu identifizieren.
Lösungsansatz
Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiges Kriterium für die Einführung von Standards. Daher hat
das Unternehmen Maag sich dazu entscheiden, die Lebensmittelfolien mit standardisierten
Artikelnummern wie der GTIN (Global Trade Item Number) zu identifizieren und diese
zusammen mit der Charge in Barcodes (zum Beispiel EAN-13-Barcode oder GS1-128
Barcode) zu verschlüsseln. Jede Folienart bekommt ihre eigene Artikelnummer im
GTIN-Format. Diese Artikelnummer plus Chargeninformation wird in einem Barcode verschlüsselt
und bei Lieferung erhält der Kunde ein elektronisches Lieferavis. Auch Bestellungen und
Rechnungen kann Maag künftig elektronisch empfangen und versenden, da die Produkte
darin eindeutig identifiziert werden. Ein weiterer Vorteil für Maag und den Kunden ist die
Schaffung von Prozesssicherheit. Das Beispiel eines Kunden, der die Maag-Folien für frische
Salatmischungen für die Kühltheke verwendet, macht das deutlich.
Bei einer Lieferung an den Kunden wird der Barcode auf der Folie am Warenausgang
gescannt. So stellt Maag sicher, dass zum einen der richtige Artikel an den Kunden geliefert
wird. Zum anderen können die relevanten Informationen direkt per elektronischer
Lieferavisierung an den Kunden übermittelt werden. Als Kundenbeispiel dient hier ein
Salatabpacker, der diese Informationen automatisch in seine Systeme einfließen lassen kann
und sie auf Knopfdruck abrufbereit hat. Doch der Kunde hat noch weitere Vorteile. Die
Information im Barcode auf den Folien lässt sich auch mit seinen Abpack-Maschinen
koppeln. Soll beispielsweise Wildkräutersalat abgepackt werden, wird hierfür eine andere
Folie benötigt als für Salatmischungen, die auch Möhren und Trockenfrüchte enthalten. Jeder
Salat braucht eine andere Folie. Diese unterscheiden sich im Material oder durch die
Perforation – also Größe und Anzahl von Luftlöchern zum „Atmen“. Die Perforation
entscheidet maßgeblich über die Haltbarkeit des Salats.
Ist der Prozess digitalisiert, kann an den Maschinen des Abpackers sichergestellt werden,
dass die richtige Folie zum richtigen Produkt verwendet wird. Soll Wildkräutersalat verpackt
werden, aber versehentlich wird die Folie für Möhrensalat eingesetzt, stoppt der Prozess,
wenn der Barcode der falschen Folie gescannt wird. Die Maschine erkennt den Irrtum.


